Integrations- und Bildungsfahrt der Zeitzer Ju-Jutsu Sportler nach Dora-Mittelbau

Am vergangenen Samstag nahmen 19 Vereinsmitglieder und Interessierte an der jährlichen integrativen Bildungsfahrt teil. In diesem Jahr wurde das KZ Arbeitslager Mittelbau-Dora in Nordhausen besichtigt. Nach einer 1,5 stündigen Fahrt erreichte die Reisegruppe das ehemalige Konzentrationslager. Dies liegt fast „idyllisch“ in einem unscheinbaren Wald und ist von außerhalb nicht als solches zu erkennen.  Doch schon beim Betreten der Gedenkstätte ist eine gedrückte Stimmung aller Teilnehmer spürbar. Nach einem ausführlichen Einführungsgespräch über die Entstehung des einstigen Arbeitslagers, gab es den Film über die Befreiung des Lagers im April 1945 zu sehen. Der kurze Film reichte aus, um alle emotional aufzuwühlen und brachte manch einen Teilnehmer sogar zum Weinen. Die Dauerausstellung im Museum über die KZ-Zwangsarbeit,  Untertageverlagerung und den Zusammenbruch des Lagers ergab viele Details und erschreckende Einsichten in das Leben der Häftlinge. Darauf folgte die Besichtigung der Außenanlagen. Der Appellplatz und die Feuerwache sind heute noch sehr gut zu erkennen. Von dem ehemaligen Häftlingslager sind nur noch Grundrisse und Fundamente übrig. Bei der Besichtigung des Krematoriums und des daneben liegenden Aschegrabes herrschte bedenkliches Schweigen und alle lauschten den schockierenden Informationen die uns mitgeteilt wurden. Auch hier konnte so manch ein Teilnehmer die Tränen nicht zurückhalten. Nach einer kurzen Pause ging es dann zum SS-Lager, dem Industriegebiet und der Stollenanlage. Hiervon sind, wie vom ganzen Barackenlager, nur noch Fundamente übrig. Lediglich die Schienen der Eisenbahn und die Verladerampen sind heute noch gut zu erkennen.  Den Stollen zu betreten war für alle sehr beängstigend, obwohl die Dimensionen der Anlage doch beeindruckend sind. Dies gab uns einen tiefen Einblick was die Häftlinge leisten mussten, um Teile des Stollens neu anzulegen. Es war dunkel und kalt unter dem Berg Kohnstein, kaum vorstellbar, dass einst viele Menschen an diesen Ort zwangsweise untergebracht waren, hier leben und sterben mussten. Obwohl uns der Teil des  Stollens schon sehr groß erschien, ist er doch nur ein winziger Bruchteil der ehemaligen Gesamtanlage. Marcel Spotke richtete nach dieser sehr ausführlichen und aufwühlenden Führung dankende Worte an unseren Gruppenleiter. Die vielen persönlichen Eindrücke und die Erlebnisse des Tages wurden ausführlich bei einer abendlichen Grillrunde besprochen.

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