Kreativ und Innovativ – Integrationswerkstatt der Kampfsportverbände in Sachsen-Anhalt

Angeregt durch den Landeskoordinator des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ Viktor Jukkert, trafen sich am letzten Wochenende Vertreter der Landesfachverbände Karate und Ju-Jitsu Sachsen Anhalt im Zeitzer Stützpunktverein des Programms (Kampfsportgemeinschaft Jodan Kamae Zeitz e.V.) zu ihrer ersten gemeinsamen Integrationswerkstatt. Neben den Vertretern aus den Landesfachverbänden Karate und Ju-Jitsu waren auch der ehemalige DOSB Integrationsbotschafter und Karategroßmeister Ernes Erko Kalac aus Hessen sowie der Integrationsbeauftragte des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes Ghasem Spili aus Hamburg dabei. Ziel dieser ersten gemeinsamen Integrationswerkstatt war es die Gemeinsamkeiten der beiden Kampfsportarten, ihre Werte und Inhalte hinsichtlich einer gemeinsamen Integrationsarbeit zu diskutieren und gemeinsame Handlungsansätze zu entwickeln. Einig waren sich alle Teilnehmer darin, dass es nicht darum geht die beiden Verbände gleich zu machen sondern eher aus den Erfahrungen der unterschiedlichen Kampfsportarten zu lernen und diese für alle nutzbar zu machen. Dazu wurde bereits am Freitagabend ein reger Erfahrungsaustausch geführt. Die Teilnehmer stellten sich vor und konnten ihre Erfahrungen mit dem Thema schon einbringen. Man einigte sich auf einen Ablauf am Samstag sowie Schwerpunkte die man miteinander diskutieren und beraten könnte. Am Samstag begann dann Kartegroßmeister und ehemaliger DOSB Integrationsbotschafter Ernes Erko Kalac aus seiner Arbeit und seinen Erfahrungen sowie von seinen Handlungsansätzen und Leitgedanken zu referieren. Ihm folgte der Integrationsbeauftragte des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes, Ghasem Spili, der ebenso von seinen Erfahrungen in der bundesweiten Arbeit aber auch von seinem Einsatz in den Hamburger Brennpunktvierteln berichtete. Schon hier wurde deutlich, im Sport kämpfen wir verschiedene Disziplinen aber in unseren Werten und Vorstellungen die wir mit unserem Sport verbinden sind wir wie „Schwestern“. Respekt, Wertschätzung, Toleranz und eine Streitkultur die auf den fernöstlichen Werten der Kampfkunst ruht, sind dabei nur einige Punkte, welche die Teilnehmer festhielten. Dieser Funke entfaltete sich zu einer wahren Motivationsspirale. Schon am Nachmittag einigten sich die Teilnehmer auf eine gemeinsame Kommunikationsoffensive, ein gemeinsames Integrationsfestival der Kampfkünste zu dem auch die anderen Kampfsportverbände im LSB Sachsen Anhalt eingeladen werden sollen und ein Grundsatzpapier zu weiteren gemeinsamen Arbeit. Betont wurde immer wieder, dass gerade in den Kampfsportarten ein phantastisches Integrationspotenzial liegt. Dies soll nun auch mit den Mitgliedsvereinen der beiden Landesfachverbände diskutiert und erschlossen werden, um noch mehr Vereine in die vor uns liegende Integrationsarbeit einbinden zu können. Immerhin betreuen die beiden Verbände knapp 80 Vereine mit mehr als 3.500 Mitgliedern. Am Nachmittag brachte dann noch Landeskoordinator Viktor Jukkert die Teilnehmer auf den neusten Stand der Dinge, wie die Integrationsarbeit im LSB Sachsen-Anhalt in Zukunft ablaufen soll und wie der Stand der Planungen hier ist. Alle Teilnehmer betonten am Samstagabend wie wertvoll die Erfahrungen der Referenten für die gemeinsamen Ideen waren und wie vorurteilsfrei und offen die Teilnehmer miteinander ins Gespräch kamen sowie im Ergebnis sogar schon gemeinsame Projekte für das nächste Jahr vereinbart haben. Ein großer Dank geht an das Programm „Integration durch Sport“, dass diese Werkstatt initiiert und unterstützt hat sowie die beiden Referenten für ihre tolle Unterstützung und Begleitung der Veranstaltung. Wenn die beiden Landesvorstände dem Grundsatzpapier zustimmen, werden wir dieses Dokument zeitnah veröffentlichen.

Das Team bei der Arbeit

Das Team bei der Arbeit

Text: Silvio Klawonn

Foto: Constantin Zietz

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar