Nach 18 Jahren Turniergeschichte bleibt der Pokal erstmals in Zeitz

Ju-Jutsu Kampfsportturnier der Superlative in Hohenmölsen- Zeitzer im Freudentaumel

Die Hohenmölsener „Glück Auf“ Halle erlebte am Samstag zum zweiten Mal in kürzester Frist ein Kampfsportturnier der Superlative. Nach der europaweit viel beachteten Ju-Jutsu German Open im letzten Jahr waren in diesem Jahr nicht nur die nationale Elite sondern auch Gäste aus Österreich und den Niederlanden zu Gast. Insgesamt knapp 300 Ju-Jutsu Kampfsportler aus dem gesamten Bundesgebiet aus 50 Vereinen kämpften neben den Gästen aus den europäischen Nachbarländern, um Titel, Plätze und den ausgelobten Pokal des Präsidenten des JJ Verbandes Sachsen-Anhalt. Doch nicht nur der Pokal stand im Interesse der packenden Auseinandersetzungen der Kampfsportler sondern auch der Einzug ins Nationalteam für die kommenden Europameisterschaften in Schweden. Der Bundestrainerstab war vor Ort, um in diesem letzten Nominierungsturnier noch einmal Entscheidungshilfen zu erhalten. Die 18. Auflage des Turnieres hatte jede Menge Überraschungen zu bieten und konnte die ungebrochene Beliebtheit wieder unter Beweis stellen.

 Der Präsident des JJV LSA Silvio Klawonn (li) erläutert Innenminister Holger tahlknecht (m.) und dem Landtagsabgeordneten Arnd Czapek (re.) die Kämpfe

Der Präsident des JJV LSA Silvio Klawonn (li.) erläutert Innenminister Holger Stahlknecht (mi.) und dem Landtagsabgeordneten Arnd Czapek (re.) die Kämpfe

Neben der sportlichen Prominenz waren auch Gäste aus Politik und Wirtschaft der Einladung nach Hohenmölsen gefolgt. Der Innen- und Sportminister Holger Stahlknecht besuchte das Turnier im Beisein des Landtagsabgeordneten Arnd Czapek und erkundigte sich nach dem Abschneiden der Zeitzer Athleten sowie dem Sanierungsstand in den Klinkerhallen. Zur Eröffnung des Turnieres konnten die Zeitzer auch den Vizepräsidenten der Deutschen Olympischen Gesellschaft, Herrn Thomas Moschner, begrüßen. Moschner überreichte den Zeitzern einen Spendenscheck in Höhe von 3.000,- € zur Beseitigung der Hochwasserschäden und betonte in diesem Zusammenhang: „Die besondere Bedeutung von Teamgeist und Fair Play im Sport sind uns besonders wichtig. Gerade diese Werte sind es, die den Sport und natürlich auch den olympischen Geist ausmachen und die die DOG mit ihrer Spende auch sichtbar machen möchte.“

Der Vizepräsident der Deutschen Olympischen Gesellschaft Thomas Moschner (re.) übergibt den Scheck an Silvio Klawonn

Der Vizepräsident der Deutschen Olympischen Gesellschaft Thomas Moschner (re.) übergibt den Scheck an Silvio Klawonn

Der Bürgermeister der Stadt Hohenmölsen, Andy Haugk, freute sich außerordentlich die Ju-Jutsu Elite wieder in seiner Stadt begrüßen zu können und machte deutlich: „ Die Verwaltung der Stadt Hohenmölsen wird alle Bemühungen um die Ausrichtung des Turnieres gern unterstützten und würde dies auch in Zukunft gern tun. Die Vorteile für beide Partner liegen deutlich auf der Hand.“ Der Präsident des Ju-Jutsu Verbandes Sachsen-Anhalt und gleichzeitige Vereinsvorsitzende der Zeitzer Kampfsportler bedankte sich bei der Stadt Hohenmölsen für die uneingeschränkte Unterstützung. Die Vizepräsidentin des LSB Sachsen-Anhalt, Edda Kaminski, und der Vizepräsident des Kreissportbundes, Dr. Lothar Stahl, konnten zur Eröffnung 2 verdienstvolle Ehrenamtliche mit der Ehrennadel des LSB in Silber auszeichnen. Ingo Martini (Groitzsch)und Anja Dölz (Zeitz) sind seit über 10 Jahren beim Turnier als Kampfrichter dabei und engagieren sich darüber hinaus ehrenamtlich in ihren Vereinen.

Der Zeitzer Kämpfer Felix Fötzsch (rot) gegen Patrick Sagorski aus Hanau (blau)

Der Zeitzer Kämpfer Felix Fötzsch (rot) gegen Patrick Sagorski aus Hanau (blau)

Zur sportlichen Seite des Turnieres:

Die Zeitzer Auswahl startete mit über 20 Aktiven in das Turnier. Während Jaschar Salmanow und Tom Kornblum ihrer Favoritenrolle gerecht wurden und die beiden vorderen Plätze in ihrer Gewichtsklasse sichern konnten hatte Johannes Steinbach einen rabenschwarzen Tag erwischt. Er verlor seine ersten beiden Kämpfe und konnte erst am Ende des Turnieres noch einen Trostsieg mit nach Hause nehmen. Einen ebenso rabenschwarzen Tag hatte Hannes Krischkofsky in der Tasche. Er schied nach 2 verlorenen Kämpfen aus. Besser lief es für Vereinskamerad Felix Fötzsch der sich über die Trostrunde ins kleine Finale kämpfen konnte und in einer packenden Auseinandersetzung gegen Sagorski aus Hanau um Platz 3 einen Medaillenplatz sicherte. Keine Chance ließ Finn-Marvin Süß seinem Kontrahenten Neuwald aus Ölsnitz und sicherte sich damit Gold. Ebenso chancenlos war die Gegnerinnen von Clara Ulbrich. Sie konnte alle Kämpfe für sich entscheiden und die Konkurrenz auf die Plätze verweisen und der Zeitzer Bilanz damit eine weitere Goldmedaille zufügen. Die jüngste Starterin an diesem Tag aus dem Zeitzer Team war Cherilyn Rohde. Sie sorgte für Auftaktfurore und die richtige Stimmung im Team. Mit einer unglaublichen Konsequenz und technischen Vielfalt konnte sie alle Kämpfe deutlich gewinnen und sich damit eine verdiente Goldmedaille holen. Schwester Vanessa tat sich etwas schwerer und musste sich im Finale Johanna Riedzek aus Groitzsch geschlagen geben. Damit ein beachtenswerter 2. Platz und die zweite Medaille an diesem Tag in der Familienbilanz. Raphael Wäntig hatte am Samstag gegen Vereinskamerad Lukas Wamser das Kampfglück an seiner Seite und konnte die Auseinandersetzung siegreich beenden. Noch auf der Landesmeisterschaft vor drei Wochen lief es umgedreht, da hatte Wamser die Nase vorn. Ähnlich lief es ja bei Salmanow und Kornblum. Was für ein verrückter Turniertag.

In den Duo Wettkämpfen hatten diesmal Emely Kramer und Tobias Schiller leider auch einen sieglosen Tag. Sie mussten sich der bundesweiten Konkurrenz geschlagen geben und wurden auf Platz 5 verwiesen. Das Zeitzer Team Kevin Zoch und Sascha Seuß dagegen setzte den Mitbewerbern aus der Nationalmannschaft erheblich zu und konnte mit einigen Siegen hoch favorisierte Teams aus dem Bundeskader besiegen. Sie konnten sich mit einer sehenswerten Leistung bis auf Platz 2 noch vorn kämpfen und mussten sich nur dem vom Bundestrainer persönlich betreuten Nationalteam Salachow/Bovan aus Dillingen geschlagen geben.

Letztendlich konnten die Zeitzer mit 5 Goldmedaillen sowie 6 mal Silber und 4 mal Bronze die Mannschaftswertung erstmals in der Turniergeschichte für sich entscheiden. Der Jubel war gigantisch. Die Mission „Pokal“ endlich am Ziel der jahrelangen Aufbauarbeit angekommen. Athleten, Trainer und Eltern lagen sich in den Armen. Was für ein verrückter Turniertag.

Turnierorganisator Jörg Böhme (2. Vorsitzender der KSG Zeitz) dazu: „18 Jahre mussten vergehen und das Turnier musste sozusagen erwachsen werden, bis wir nun endlich unser Traumziel erreicht haben und der Pokal erstmals in Zeitz bleibt. Die Trainer und Betreuer haben riesiges geleistet. Das dies trotz Hochwasser und beengter Trainingsverhältnisse gelungen ist wertet die Leistung noch einmal erheblich auf. In einem bundesweiten Turnier auf Platz 1 zu stehen bei Anwesenheit von Bundeskaderathleten und  europäischer Konkurrenz ist eine sehr wohltuende Standortbestimmung.“

Ein riesengroßer Dank zum Schluss an alle freiwilligen Helfer an den Tischen, an das Cateringteam der KSG und die vielen Helfer aus dem Verein. „Ohne Euch wäre eine solches Kampfsportevent der Superlative überhaupt nicht machbar.“ So Silvio Klawonn (1. Vorsitzender der KSG Zeitz)

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